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Fühlen Sie sich nicht mehr geliebt?

Paar2Fünf Sprachen der Liebe

Gary Chapman prägte den Ausdruck Fünf Sprachen der Liebe in der Paar- und Beziehungsberatung. Dabei bezieht er sich auf fünf verschiedene Beziehungsarten innerhalb von Partnerschaften, die für ein "sich geliebt Fühlen" verantwortlich sind.

Chapman nutzt den Vergleich mit Fremdsprachen. Wenn sich zwei Menschen mit verschiedenen Muttersprachen treffen, ist die Kommunikation schwierig bis hin zu unmöglich. Lernt einer der Partner die Sprache des Anderen, wird Kommunikation möglich, jedoch eben ausschließlich in dieser einen Sprache. In schwierigen Situationen kann eine Fremdsprache oft nicht die eigene Sprache ersetzen. Das bedeutet, dass jeweils beide Partner auch die Muttersprache des Anderen erlernen sollten, um die Verständlichkeit zu fördern. Nach seiner Theorie werden beide sich dadurch nahezu immer gut verstanden fühlen.

Wieso soll es helfen, die Fünf Sprachen der Liebe zu kennen?

So schön die Phase der Verliebtheit auch ist, sie endet nach ca. eineinhalb bis zwei Jahren. Danach gilt es, die Liebe bewusst zu erhalten und zu festigen. Das bedeutet, Liebe ist etwas, was wir beabsichtigen, für was wir uns entscheiden, über was wir nachdenken und um die wir uns bemühen.
Das wiederum setzt voraus, dass wir den Willen haben, zu lieben und geliebt zu werden, dass wir die Verantwortung und die Initiative übernehmen, bewusst an unserer Liebe zu arbeiten. Beispielsweise etwas tun oder sagen, was dem Partnern gut tut, ihm oder ihr das Leben erleichtert oder es bedeutsamer macht. Idealerweise kennt man die Arten der Liebe, die wir selbst anwenden und auch die „Sprache der Liebe“, die unser Partner / Partnerin spricht.

Meist bevorzugen wir eine oder zwei dieser „Sprachen“. Sie fallen uns leicht und wir verstehen sie gut. Andere Sprachen verstehen wir nur unzureichend, oder manchmal erkennen wir sie auch gar nicht, als eine Form der Liebesbezeigung.

Die fünf Sprachen der Liebe sind Wege, Formen oder Arten, wie wir Liebe leben, zeigen und über die wir miteinander kommunizieren. Und das sind sie:

Lob und Anerkennung

Menschen mit dieser Beziehungssprache loben die Menschen in ihrem Umfeld oft. Sie machen Komplimente, sprechen ihre Anerkennung aus, zeigen Verständnis oder sagen „Ich liebe dich.“ Worte der Zuneigung sind einfache, herzliche Worte, die den Wert des anderen Menschen bestätigen. Diese Botschaften sind ehrlich und kommen von Herzen.

Diese Menschen sehen oft tolle Leistungen bei anderen und haben auch die Gabe, dies auszusprechen. Mit lobenden und zustimmenden Worten zeigen sie ihren Respekt, ihre Liebe und letztlich auch ihre Anerkennung. Sehr oft fällt es diesen Menschen auch nicht auf, dass sie loben. Für sie ist es absolut selbstverständlich, dass Erfolge oder Leistungen mit Lob belohnt werden.

Wer in einem Umfeld aufwuchs, in der solche Worte selten ausgesprochen wurden, kann diese Sprache lernen. Das bedeutet, den aktiven Wortschatz zu erweitern. Es hilft dabei, anderen zuzuhören, wenn diese Worte der Zuneigung ausdrücken.

Zweisamkeit – die Zeit nur für dich

Menschen dieser Sprache fühlen sich geliebt und respektiert bei absoluter Zweisamkeit (gemeinsames Essen, das ganze Wochenende zusammen sein, etc.). Es geht ihnen um die Zeit, die man bewusst gemeinsam verbringt um die ungeteilte Aufmerksamkeit des Partners. Darin liegt für sie eine hohe Qualität. Diese uneingeschränkte Aufmerksamkeit ist eine Beziehungsqualität, die sie in hohem Maße schätzen.

Nicht dazu zählt, wenn der Partner zwar im Haus oder der Wohnung anwesend ist, aber eigene Dinge für sich allein macht.

Geschenke, die von Herzen kommen

"Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft, in dem Fall: die Liebe." ist das Motto dieser Menschen. Sie zeigen durch kleine Geschenke und Aufmerksamkeiten den Menschen, ihre Wertschätzung. Ein liebevolles Geschenk soll das Leben des Anderen verbessern und sagen: „Ich mag dich. Ich habe an dich gedacht.“ Dabei spielt der materielle Wert keine Rolle.

Der Geschenk-Typ schätzt es, wenn ein passendes Geschenk liebevoll ausgesucht wird. Für ihn ist es ein Zeichen der Wertschätzung, wenn sich jemand schon bei der Auswahl des Geschenkes Zeit für eine gelungene Überraschung nimmt.

Hilfsbereitschaft

Die Einstellung: "Ich helfe gerne." zählt zu den Aussagen der Menschen mit dieser Liebessprache. Sie helfen aus Leidenschaft und zeigen ihrem Umfeld auf diese Weise, dass sie sie lieben. Auch ihnen geht es nicht um die Größe einer Hilfeleistung. In der Partnerschaft können das scheinbar unwichtige Handlungen und Tätigkeiten sein.

Menschen, deren primäre Sprache der Liebe Hilfsbereitschaft ist, gehen für ihre Freunde, Partner und Familie noch eine Extrameile. Sie investieren viel Zeit und Energie darauf, das Leben des Anderen zu erleichtern. Sie bieten ihre Hilfe freiwillig an, ohne dass es nach Pflichtgefühl klingt.

Zärtlichkeit

Berührungen sind mehr als nur physischer Kontakt, sie bedeuten emotionale Nähe. Umarmungen und Streicheleinheiten dem Partner geben und von ihm bekommen, erzeugt in diesen Menschen ein sehr starkes Verbundenheitsgefühl. Über Berührungen fühlen sie die Qualität der Beziehung und sie zeigen selbst über Zärtlichkeiten ihre Liebe. Für sie zählt eine zärtliche Berührung mehr als die gesprochenen Worte "Ich liebe dich". Der Liebesakt ist nur eine Form vom Austausch der Zärtlichkeiten. Wenn sie einen Partner mit der gleichen Berührungs-Sprache haben, dann finden sie tausend Wege, um ihre Liebe auch in der Öffentlichkeit mittels kleiner Zärtlichkeiten zu zeigen. Für diesen Typ ist jede dieser Berührungen ein Liebesbeweis.

Auch diese Sprache trifft nicht nur auf Liebes-Beziehungen zu. Wir können einem Freund auf die Schulter klopfen, weil er eine große Leistung vollbracht hat oder jemanden umarmen, wenn er traurig ist. Manche Menschen brauchen diese Nähe und sie fühlen sich geliebt, wenn sie von anderen berührt werden.

Doch Achtung: Wer aus einer Familie stammt, die mit wenig Berührungen und Zärtlichkeiten auskam, kann eine harmlose Geste schon als Eingriff in die Privatsphäre empfinden.

Lernen Sie die Sprache des Anderen

Diese fünf Sprachen kann jeder verstehen. Allerdings interpretiert sie nicht jeder gleich. Dass jemand sich bei Umarmungen geliebt fühlt, muss nicht heißen, dass sich der Partner von ihm geliebt fühlt, wenn er oft umarmt wird. Spricht der Partner eine andere Sprache, kommt dieser Ausdruck der Liebe bei ihm nicht an – er fühlt sich trotzdem ungeliebt, übersehen oder nicht wahrgenommen. Wenn Sie möchten, dass Ihr Partner sich geliebt fühlt, müssen Sie dessen Sprache sprechen oder lernen.

Genauso ist es andersrum. Vielleicht kommuniziert Ihr Partner seine Liebe in seiner Sprache, aber Sie kommt bei Ihnen nicht an. In diesem Fall hilft es, zunächst die eigene Sprache zu kennen und den Partner in diese Richtung zu lenken. Das Wissen um die Sprachen der Liebe ist ein Faktoren für eine gute Beziehung.

Wenn Sie sich unsicher sind, beobachten Sie sich selbst und dann Ihre Mitmenschen: Reagieren sie auf Worte der Zuneigung? Wenn ja, auf welche? Freuen sie sich über Geschenke oder machen sie Anderen gern Geschenke? Helfen sie gern anderen Menschen oder beklagen sie sich häufig, dass ihnen niemand hilft? Wollen sie gern Zeit mit dem Partner allein verbringen? Berühren sie häufig andere Menschen?

Eine weitere hilfreiche Frage ist: „Wenn ich etwas tun könnte, um dein Leben / deine Liebe zu verbessern – was wäre das?“ Vielleicht erhalten Sie eine überraschende Antwort.

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